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Betroffen davon sind durch eine stärkere ultraviolette Strahlung alle Bürger rund um den Globus. Für Europa, wo die Schädigung der Ozonschicht Mitte der 90er
Jahre am größten war, bedeutet dies, dass die Situation in den nächsten Jahren sich zwar nicht verschlechtert, aber die Verbesserung erst mit einer beträchtlichen
zeitlichen Verzögerung einsetzt.
Protokoll von Montreal zum Schutz der Ozonschicht
Bereits 1987 wurde im Protokoll von Montreal der Schutz der Ozonschicht international vereinbart. In einer Reihe von Folgekonferenzen wurden die Produktion und der
Gebrauch von FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) fast vollständig verboten. Seit dem Jahr 2000 beobachtet man als Folge dieser Vereinbarungen einen Rückgang
der Chlorkonzentration in der Atmosphäre. Chlor ist die Substanz, die für die Zerstörung der Ozonschicht maßgeblich verantwortlich ist.
Es stellt sich nun die Frage, ab wann wir mit einer nachhaltigen Erholung der Ozonschicht rechnen können. In den letzten beiden Jahren wurde eine Reihe von
Fachaufsätzen veröffentlicht, in denen die Autoren darlegen, dass die Erholung der Ozonschicht (Zunahme der Ozonkonzentration in der Stratosphäre) bereits vor
einigen Jahren begonnen hat. Beobachtungen zeigen minimale Ozonwerte Mitte der 90er Jahre mit einem Anstieg in den Folgejahren.
DLR-Klimaforscher erarbeiteten aussagekräftiges Chemie-Klima-Modell mit guten Vorhersagewerten
Mit einem Rechenmodell, das die chemischen Prozesse der Atmosphäre und das Klima simuliert, haben Wissenschaftler am DLR-Institut für Physik der Atmosphäre in
Oberpfaffenhofen Simulationen für den Zeitraum von 1960 bis 2020 durchgeführt. Erstmalig wurden alle bekannten Einflussfaktoren - natürliche sowie durch den
Menschen verursachte - berücksichtigt, zum Beispiel große Vulkanausbrüche, die Aktivität der Sonne, der Anstieg von Emissionen bei klima- und ozonrelevanten
Gasen. Die Modellergebnisse wurden ausführlich mit Satellitenmessungen und anderen Beobachtungen aus den letzten Jahrzehnten verglichen. Die Berechnungen
zeigen, dass das erarbeitete Chemie-Klima-Modell reale Vorgänge sehr genau wiedergibt: So ist es in der Lage, die Veränderungen während der vergangenen 45
Jahre in weitgehender Übereinstimmung mit Beobachtungen zu berechnen.
Vor allem der beobachtete Anstieg des atmosphärischen Ozongehalts von 1995 bis 2002 wird in dem Modell richtig simuliert. Eine Analyse der Ergebnisse belegt,
dass dieser Anstieg in erster Linie auf eine Zunahme der Sonnenaktivität zwischen 1996 und 2001 zurückzuführen ist und nicht - wie teilweise behauptet - auf einen
Rückgang der Chlorkonzentration in der Atmosphäre.
Die Sonne hat einen elfjährigen Aktivitätszyklus, bei dem unter anderem auch die solare ultraviolette (UV) Strahlung variiert. Die solare Strahlung im Ultravioletten hat
einen unmittelbaren Einfluss auf ozonbildende und -zerstörende Prozesse. Während des Maximums der Sonnenaktivität ist die Ozonschicht der Erde im Mittel um etwa
zwei bis fünf Prozent dicker als während des Minimums der Sonnenaktivität.
Ozonloch über der Antarktis bleibt vorerst unverändert groß
Die Aktivität der Sonne erreichte 2001/2002 ihr Maximum. Danach nahm die Aktivität der Sonne wieder ab, und sie wird voraussichtlich um 2007/2008 ihr nächstes
Minimum erreichen. Damit im Einklang ergeben die Simulationen mit dem Chemie-Klima-Modell erneut sehr niedrige Ozonwerte, so dass in den nächsten Jahren
weiterhin mit einer ausgedünnten Ozonschicht zu rechnen ist. Das Ozonloch über der Antarktis wird in unveränderter Größe auftreten. Das Hauptergebnis der
Modellierung ist demnach, dass mit einer nachhaltigen Erholung der Ozonschicht erst ab etwa dem Jahr 2010 gerechnet wird. Der Beginn der Erholung der Ozonschicht
verzögert sich demnach gegenüber ursprünglichen Erwartungen um etwa zehn Jahre. Das im Jahr 2005 beobachtete Ozonloch war eines der größten und bestätigt
damit bisher die modelltheoretischen Vorhersagen.
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