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Die besten Stern-Kandidaten für die Suche nach Leben und erdähnlichen Planeten

(23.02.2006)

Margaret Turnbull ist Astronomin an der Carnegie Institution of Washington und engagiert sich stark für die Suche nach "lebensfreundlichen" Sternen. Auf dem diesjährigen Kongress der American Association for the Advancement of Science am 18. Februar gab sie eine kurze Liste ihrer stellaren Favoriten bekannt. Diese Sterne wählte sie allein aufgrund ihrer Eigenschaften aus, die einerseits günstig für die Entwicklung von Leben sind und andererseits den direkten Nachweis erdähnlicher Planeten begünstigen.

Aus einem Katalog von über 17.000 Sternen, den Turnbull und ihre Kollegen 2003 veröffentlicht hatten, suchte sie ihre Favoriten aus. Fünf dieser Sterne bieten nach ihrer Ansicht die besten Aussichten bei der Suche nach Radiosignalen außerirdischer Zivilisationen (SETI). Und fünf weitere Sterne sind besonders günstig für den optischen Nachweis erdähnlicher Planeten. Turnbull gab zu, dass ihr diese Auswahl nicht leicht fiel: "Es gibt unvermeidliche Unsicherheiten darin, diese Sterne zu verstehen. Wenn ich mir die Top 100 ansehe, ist es sehr schwierig für mich zu sagen, welcher der beste ist."

Die Kriterien in Kurzform

1. Der Stern sollte ein Hauptreihenstern wie unsere Sonne sein und kein roter Riese oder weißer Zwerg. Hauptreihensterne tendieren zu ausreichender Leuchtkraft und zu einem langen, stabilen Lebensweg, der Zeit für die Entstehung von Planeten bietet.

2. Der Stern darf nicht zu Ausbrüchen neigen und muss mindestens 3 Milliarden Jahre alt sein, damit auf seinem eventuellen Planeten Leben - wie wir es kennen - Zeit genug hat sich zu entwickeln.

3. Der Gehalt des Sterns an schwereren chemischen Elementen sollte nicht zu klein sein und sein Eisengehalt sollte wenigstens 50 Prozent von dem der Sonne betragen. Denn der Stern und seine Planeten entwickeln sich aus demselben Gas und Staub. Und ohne schwerere chemische Elemente können sich keine erdähnlichen Planeten bilden. Sterne mit höherem Metallgehalt findet man außerdem häufig auf friedlichen Bahnen in der Ebene unserer Galaxie.

4. Ein nicht zu heller Stern erleichtert es, seinen eventuellen erdähnlichen Planeten optisch abzubilden. Er sollte trotzdem hell genug sein, um im passenden Abstand eine lebensfreundliche Zone zu ermöglichen. Die besten Kandidaten für die Suche nach erdähnlichen Planeten sind daher Sterne der Spektralklasse K, die etwas leuchtschwächer und rötlicher als die Sonne (G2V) sind.



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Alpha Centauri

Die Kandidaten der Margaret Turnbull
Beste Kandidaten für die Suche nach Radiosignalen außerirdischer Zivilisationen (SETI)
Name Entf. Sternbild Beschreibung
Beta CVn 26 Lj Jagdhunde Spektraltyp G0V
HD 10307 42 Lj Andromeda etwas heller als die Sonne, etwas höherer Metallgehalt, Spektraltyp G2V
HD 211415 44 Lj Kranich halber Metallgehalt der Sonne, etwas kühler, Spektraltyp G1V
18 Scorpii 46 Lj Skorpion Spektraltyp G5V
51 Pegasus 50 Lj Pegasi etwas heller als die Sonne, höherer Metallgehalt, Spektraltyp G5V; bereits indirekt nachgewiesen: Planet mit halber Jupitermasse und sehr enger Umlaufbahn
Beste Kandidaten für den optischen Nachweis extrasolarer erdähnlicher Planeten
Epsilon Indi A 11,8 Lj Indianer 1/10 Sonnenleuchtkraft, Spektraltyp K5Ve, begleitet von braunem Zwergstern
Epsilon Eridani 10,5 Lj Eridanus Spektraltyp K2V, Staubscheibe, 2 Planeten wurden indirekt nachgewiesen
Omicron2 Eridani 16 Lj Eridanus Spektraltyp K1, etwa so alt wie die Sonne, Teil eines Dreifachsternsystems
Alpha Centauri B 4,4 Lj Kentaur Teil des Dreifachsternsystems der sonnennächsten Sterne, Spektraltyp K0V
Tau Ceti 11,9 Lj Walfisch vergleichsweise metallarm, Spektralklasse G8V, Staubscheibe, alt genug für die Entwicklung komplexen Lebens

Links

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American Association for the Advancement of Science
http://www.aaas.org
Margaret C. Turnbull, Jill C. Tarter
HabCat (Catalog of Nearby Habitable Systems)
http://nstars.arc.nasa.gov/TurnbullTarter.pdf
Autor, Webmaster: michael.mueller[a]erkenntnishorizont.de
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