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Die heutige Anhörung vor dem Verkehrsausschuss des Bundestags zur
Bahnprivatisierung hat für das Bündnis 'Bahn für alle' einen entscheidenden
Webfehler: Untersucht werden nur Privatisierungs-Varianten.
Notwendig wäre die Untersuchung des 'status quo plus': eine Bahn in
öffentlichem Eigentum, die effizient, kundennah und zukunftsfähig ist.
Das Bündnis kritisiert das undemokratisch Verfahren. Die Bahn gehört dem
Bund. Artikel 87e Grundgesetz verpflichtet den Bund, eine
Schieneninfrastruktur und Verkehrsangebote des Schienenverkehrs zum 'Wohle
der Allgemeinheit' vorzuhalten. Es gab keinen Beschluss des Bundestags,
die Bahn an private Investoren zu verkaufen.
Hendrik Auhagen von Attac Deutschland: 'Es wird nur noch darüber diskutiert,
auf welche Art und Weise die Bahn den Heuschrecken ausgeliefert wird. Wir
protestieren mit unserer Kampagne gegen den Ausverkauf eines gewaltigen
gesellschaftlichen Vermögens, der in 170 Jahren aufgebaut wurde.'
Irreführung der Öffentlichkeit: Eine große Koalition von Medien und Parteien
behauptet, eine privatisierte Bahn entlaste den Staatshaushalt und bringe
mehr Verkehr auf die Schiene. Das Gegenteil ist wahr. Dies steht auch im
heute debattierten Gutachten von Booz Allen Hamilton. Danach wird der
Bund verpflichtet, auch nach einer Privatisierung jährlich gut zehn
Milliarden Euro für den Schienenverkehr zu bezahlen. Uwe Hiksch von den
Naturfreunden Deutschlands: 'Bereits in zwei Jahren wird mehr an die
neuen privaten Eigner geflossen sein als zuvor durch den Verkauf eingenommen
wurde. Das sind dann Steuergelder zur Mästung der Profite privater
Investoren.'
Das Bündnis 'Bahn für alle' beobachtet besorgt, wie weiterhin die
privatisierung öffentlichen Eigentums vorangetrieben wird. Dabei sind
deren Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Preiserhöhungen und
Qualitätsprobleme bei
Privatisierungen der Wasserversorung bereits bekannt geworden.
Die Mehdorn-Bahn ist tatsächlich kein Vorbild für eine kundennahe Bahn.
Verblüffend ist jedoch, wie konsequent die Befürworter der
Bahn-Privatisierung eine real existierende öffentliche Bahn ignorieren,
die ihre hervorragenden Ergebnisse unter deutlich schwierigeren
klimatischen und topografischen Bedingungen realisiert. Prof. Karl-Dieter
Bodack, Mitglied von 'Bürgerbahn statt Börsenbahn' in seinem Gutachten für
die heutige Anhörung: 'Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) beweisen,
dass unter staatlicher Regie wesentlich mehr Verkehr auf der Schiene
geleistet werden kann - bei deutlich niedrigeren staatlichen
Unterstützungen.'
Thema verfehlt heißt: Es darf nicht um Varianten des Ausverkaufs gehen.
Erforderlich ist Erhalt und Optimierung öffentlichen Vermögens.
Nachsitzen heißt: Untersucht werden muss, wie eine Bahn in öffentlichem
Eigentum als Bürgerbahn strukturiert sein muss.
Bahn für alle heißt: Nein zur Bahn für Wenige - Nein zum Börsenwahn!
In dem Aktionsbündnis 'Bahn für alle' sind zusammengeschlossen:
Attac Deutschland, die Bahnexpertengruppe Bürgerbahn statt
Börsenbahn (BsB), bahn von unten, Naturfreunde Deutschlands, Robin Wood
und UMKEHR e.V. Berlin.
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