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1. Kernfusion im Überblick
2. Technologische Prinzipien der Kernfusion
3. Forschungsreaktoren
4. Fusionskraftwerke
5. Die Ausbeute einer Kernreaktion
6. Fusionsantriebe in der Raumfahrt
7. Kalte Kernfusion
8. Links zum Thema Kernfusion
Siehe auch:
Europäische Studie zu künftigen Fusionskraftwerken
Fusion - eine Säule im Energiemix der Zukunft (Studie der Energietechnischen Gesellschaft)

Forschungsreaktoren

Weltweit gibt es einige Forschungsgruppen, die verschiedene Methoden der Kernfusion und Ansätze zur Lösung technischer Teilprobleme untersuchen. In Deutschland ist die Fusionsforschung im HGF-Verbund Kernfusion organisiert, der wiederum im European Fusion Development Agreement (EFDA) eingebettet ist. EFDA wurde 1999 als Rahmenvertrag zwischen der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) und seinen Partnern gegründet. Zudem haben sich das Forschungszentrum Jülich mit belgischen und niederländischen Instituten zur Fusionsgemeinschaft TEC, dem Trilateral Euregio Cluster verbunden.

Grafik: Experimentelle Ergebnisse der Fusionsforschung
Experimentelle Ergebnisse der Fusionsforschung. Seit den 1970er Jahren nähert man sich experimentell den Bedingungen eines Fusionsreaktors. Der Einschlussparameter ist die Einschlusszeit τ des Plasmas multipliziert mit der Dichte ni der Ionen im Plasma. Je größer dieser Parameter ist, desto mehr Atomkerne können pro Sekunde verschmelzen. Die Temperatur ist in Kelvin angegeben und wird vom absoluten Nullpunkt bei -273,15 °C aus gemessen. Grafik: nach Contemporary Physics Education Projekt.

Forschungsreaktoren (Auswahl)
NameTypHauptbetreiberAnmerkung
Textor-94TokamakForschungszentrum Jülich und Trilateral Euregio Cluster (TEC)Kleiner Reaktor zur Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Plasma und Brennkammerwand.
Asdex UpgradeTokamakMax-Planck-Instituts für Plasmaphysik, GarchingGrößte deutsche Fusionsanlage. Liefert Daten für die Dimensionierung von ITER.
Wendelstein 7-X (im Aufbau)StellaratorTeilinstitut des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, GreifswaldTest eines optimierten Magnetfelds. Qualität des Plasmas soll dem eines Tokamak vergleichbar werden.
JetTokamakEuropean Fusion Development Agreement (EFDA)Weltweit größter Tokamak in Culham (GB), kurzzeitig Fusionsenergie im Bereich der Energie zur Plasmaheizung.
ITER (geplant)TokamakInternationale Kooperation: China, Europa, Japan, Südkorea, Russland, USADer Reaktor soll erstmals einen deutlichen Netto-Energiegewinn liefern.

Siehe auch:
- Plasmagefäß für Wendelstein 7-X fertig gestellt
- Standort für die internationale Fusionsanlage ITER festgelegt
- Weltrekord mit Hochtemperatursupraleiter im Forschungszentrum Karlsruhe
- Forschungszentrum Karlsruhe entwickelt zentrale technologische Komponenten für den Fusionsreaktor ITER
- 20000-mal Plasma in der Fusionsanlage ASDEX Upgrade
- Die Montage des Wendelstein 7-X hat begonnen
- Indien strebt Beteiligung an internationaler Fusionsanlage ITER an
- Eine Heizung für den Fusionstestreaktor ITER
- ITER-Organisation wird gegründet

JET

Im Rahmen des europäischen Übereinkommens zur Fusionsforschung (EFDA) wird im englischen Culham der weltweit größte Tokamak betrieben, der JET (Joint European Torus). Das Magnetfeld eines Reaktors vom Typ Tokamak, das das Plasma einschließt, wird durch Spulen und zusätzlich duch elektrischen Strom im Plasma erzeugt. Im JET wurden kurzzeitig bereits Plasmabedingungen erreicht, in denen durch Fusion genauso viel Energie erzeugt wurde, wie zum Heizen des Plasmas hineingesteckt werden musste. Der Spitzenwert der Fusionsleistung liegt bei 16 Megawatt. Auf den Forschungsergebnissen am JET und anderer Experimente basiert die Planung des Tokamaks der nächsten Generation: ITER.

ITER

ITER, lateinisch "der Weg", ist ein geplanter Forschungsreaktor nach dem Tokamak-Prinzip. An dem Gemeinschaftsprojekt sind Forschungsgruppen aus China, Europa, Japan, Südkorea, Russland und den USA beteiligt. ITER soll der nächste große Schritt der Entwicklung kontrollierter Kernfusion sein: Der Reaktor soll erstmals einen deutlichen Netto-Energiegewinn liefern. Um das Projetziel zu erreichen, sind die geplanten Ausmaße des Reaktors doppelt so groß wie die des JET; anvisiert werden 500 Megawatt Fusionsleistung. Gleichzeitig ist ITER die Vorstufe zum ersten vollständigen Fusionskraftwerk, der Demonstration Electricity-generating Power Plant (DEMO). Die politische Entscheidung zum Bau des ITER wurde am 28. Juni 2005 bekannt gegeben. Standort für die Forschungsanlage wird Cadarache in Südfrankreich sein, und die Bauzeit wird voraussichtlich etwa zehn Jahre betragen.

Schwachpunkte des Tokamak: geringe Leistungsdichte, Größe, Komplexität, Entwicklungskosten. Daher werden weltweit alternative Reaktorkonzepte untersucht.
Sphärischer Torus: verkleinerte Ausgabe des Tokamak mit wesentlich engerem Torus.
Spheromak: kugelförmiges Plasma mit torusförmigen Strömungen, die das einschließende Magnetfeld selbst erzeugen; ohne Transformator.
FRC: (Field-Reversed Configuration) kompaktes Torus-Plasma ist im Magnetfeld einer zylindrischen Spule eingeschlossen.
Für den Spheromak und den FRC sind selbstorganisierende Strömungsvorgänge im Plasma wesentlich, die die einschließenden Magnetfelder selbst erzeugen.

Grafik: Schema des EFTA-JET
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Schema des EFDA-JET. Typische Daten für die D-T-Fusion:
Plasmatemperatur = 100-200 Millionen °C;
Energieeinschlusszeit = 1-2 Sekunden;
zentrale Plasmadichte = 2-3x1020 Teilchen/m3 (etwa 1/1000 Gramm/m3).
Grafik: EFDA-JET, mit freundlicher Genehmigung.

Foto: Torus des EFTA-JET mit Plasma
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Fotos der Plasmakammer des EFDA-JET-Forschungsreaktors, links ohne und rechts mit Plasma. Der Wasserstoff leuchtet nur am Rand der Kammer. Im Zentrum können die Wasserstoffatome kein Licht aussenden, da sie dort wegen der extremen Temperatur völlig ionisiert sind. Foto: EFDA-JET, mit freundlicher Genehmigung.

Grafik: Schema des ITER
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Schema des ITER. Für den geplanten Testreaktor sind supraleitende Spulen aus Niob-Zinn vorgesehen. Sie sollen mit flüssigem Helium auf 4,5 K gekühlt werden und an der Magnetfeldachse eine magnetische Flussdichte von B=5,7 Tesla erzeugen (Erdmagnetfeld um 45 µT). Grafik: ITER, mit freundlicher Genehmigung.


Daten einiger Tokamaks
TEXTOR-94ASDEX
Upgrade
JETJT-60UITER
(Stand 2001)
Land/Org.Dtld.Dtld.GB EFDAJapanEU Japan
Russland
gr. Radius1,75 m1,65 m2,96 m3,4 m6,2 m
toroid. Magnetfeld3,0 T3,9 T3,5 T4,0 T5,3 T
Plasmastrom0,8 MA2,0 MA7,0 MA5,0 MA15 MA
Pulslänge10 s10 s60 s15 s500 s
Neutralteilchen-
injektion
4 MW20 MW21 MW40 MW
insges.
73 MW
insges.
Hochfrequenz-
heizung
4 MW6 MW42 MW
(nach Daten des Trilateral Euregio Cluster TEC)

Links

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EFDA-JET Joint European Torus
http://www.jet.efda.org/
ITER-Homepage
http://www.iter.org/
Max-Planck-Institut fr Plasmaphysik
http://www.ipp.mpg.de/
Forschungszentrum Jülich
http://www.fz-juelich.de/ipp/index.php

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