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Oszilloskope, Labornetzgeräte, Lötstationen, Schweißgeräte, Drehmaschinen, Bauteile, Ersatzteile, Elektronik, ...
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Lebenserhaltungssysteme für Langzeitmissionen
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Für die zukünftigen bemannten Mond- und Mars-Stationen wird es wichtig sein, die zum Leben benötigten Stoffe und
Nahrungsmittel selbst zu produzieren. Optimal wäre ein weitgehend abgeschlossenes System, das aus dem ausgeatmeten Kohlendioxid
Sauerstoff und aus den Abfallprodukten Wasser und Nahrungsmittel zurückgewinnen könnte. Solch ein künstliches Ökosystem
würde die Besatzung unabhängig vom aufwändigen Nachschub machen.
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Aufgaben des Lebenserhaltungssystems
• Sauerstoffversorgung
• Entfernen des ausgeatmeten Kohlendioxids aus der Luft
• Filtern von Giftstoffen und Verunreinigungen aus der Luft und dem Wasser
• Regulierung der Luftfeuchtigkeit
• Regulierung des Luftdrucks
• Regulierung der Raumtemperatur
Bei längeren Weltraummissionen zusätzlich:
• Wasserproduktion
• Wasseraufbereitung
• Nahrungsmittelversorgung
• Entsorgung von Abfällen, Kot und Urin
Besonders wichtig sind die Versorgung mit Sauerstoff und die Entfernung des Kohlendioxids aus der Kabinenluft (Vergiftungsgefahr).
Möglichkeiten der Sauerstoffversorgung
• elektrolytische Aufspaltung von (an Bord zurückgewonnenem) Wasser (H2O), in Sauerstoff (O2) und Wasserstoff (H2, kann zur CO2-Entfernung verwendet werden, s.u.),
geringster Massenbedarf aller Verfahren
• Tanks mit gasförmigem Sauerstoff (fast problemlos, aber großes Volumen, hoher Druck)
• Tanks mit flüssigem, tiefgekühltem Sauerstoff (kleines Volumen, aber aufwändiger)
• chemische Reaktionen, die Sauerstoff freisetzen
• in zukünftigen Mond- und Marsbasen werden Gewächshäuser und künstliche Ökosysteme
eine wichtige Rolle spielen (siehe unten)
Kohlendioxid lässt sich aus der Atemluft entfernen durch
• Chemikalien, die CO2 binden, z.B. LiOH, NaOH oder Ca(OH)2
• Aluminiosilikate, die CO2 in ihre poröse Struktur einlagern und im Vakuum als CO2-Eis wieder abgeben
• elektrochemische Abscheidung aus der Luft (elektrochemischer depolarisierter CO2-Konzentrator)
und anschließende Umwandlung in H2O mit einem der folgenden Verfahren
• Sabatier-Verfahren:
4H2 + CO2 --> 2H2O + CH4 + Wärme,
an einem Nickel- oder
Kobalt-Katalysator zwischen 300 und 400 °C. (CH4, Methan, wird entlüftet oder als Reaktionsmasse für ein
Lageregelungssystem verwendet; H2O für Trink-, Brauchwasser oder O2-Gewinnung)
• Bosch-Verfahren:
CO2 + 2H2 --> C + H2O + Wärme,
an einem Eisen-Katalysator zwischen 530 und 730 °C.
Wasserrückgewinnung
Da Wasser den größten Massenanteil an lebenswichtigen Stoffen ausmacht und für die elektrolytische Produktion des Sauerstoffs
benötigt wird, ist dessen Rückgewinnung und Wiederaufbereitung durch Filterung und Umkehrosmose besonders bei Langzeitmissionen unerlässlich.
Rückgewinnungsquellen sind:
• Wasserkondensation durch das Regelsystem der Luftfeuchtigkeit
• Wasser, das bei der CO2-Entsorgung anfällt
• Filterung des Wasch- und Reinigungswassers
• Wasser aus Urin und Kot
• Laborwasser und Wasser aus Experimenten
• zukünftig Wasser aus der Pflanzenzucht in Mond- und Marsbasen
Die Verunreinigung des Wassers, der Luft, der Aufbereitungsanlagen und der Oberflächen mit Mikroorganismen muss überwacht werden.
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Stoffumsatz pro Person (70 kg) u. Tag Standardwerte
(Quelle: Nasa, 1998, Dok. JSC38571) |
| Verbrauch |
| Sauerstoff, O2 |
0,835 kg |
| Nahrung (getrocknet) |
0,617 kg |
| Trinkwasser + Wasser in der Nahrung + zur Befeuchtung getrockneter Nahrung |
3,524 kg |
| Gesamt |
4,976 kg |
| Wasser für Körperpflege + Reinigung |
25,56 kg |
| Seifen, Reinigungsmittel, Essensreste u.a. Rückstände |
0,086 kg |
| Produktion |
| Kohlendioxyd, CO2 |
0,998 kg |
| Atem- + Schweißwasser |
2,277 kg |
| Schweiß (fest) |
0,018 kg |
| Urin (Wasser) |
1,501 kg |
| Kot (Wasser) |
0,091 kg |
| Urin (fest) |
0,059 kg |
| Kot (fest) |
0,032 kg |
| flüchtige Chemikalien |
0,0005 kg (geschätzt) |
| Wärme |
11820 kJ |
| Abwasser durch Körperpflege + Reinigung |
25,56 kg |
| Seifen, Reinigungsmittel, Essensreste u.a. Rückstände |
0,086 kg |
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Melissa - Micro-Ecological Life Support System Alternative
Im Rahmen des Melissa-Projekts untersucht die Esa seit 1989 zusammen mit Forschungseinrichtungen aus Europa und Kanada die Möglichkeiten,
einen in sich geschlossenenen Lebensraum zu schaffen. (Entsprechende Forschungen werden auch in den USA und in Russland durchgeführt.)
In diesem kleinen Ökosystem sollen sich Astronauten, Pflanzen und Mikroorganismen
gegenseitig mit den Stoffen versorgen, die sie zum Leben benötigen. Für den Menschen sind dies vor allem Sauerstoff, Wasser und Nahrungsmittel.
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Was die Mikroorganismen und Pflanzen zur Produktion dieser Stoffe benötigen, liefert der Mensch hauptsächlich in Form von
biologisch abbaubaren Abfällen, Kohlendioxid (Atmung) und anderer körperlichen Ausscheidungen.
Das Habitat der Astronauten, in dem sie bei zukünftigen Missionen auf dem Mond, dem Mars oder in einer Raumstation leben und arbeiten werden,
soll dann zum Melissa-Ökosystems erweitert werden. Es wird dann aus fünf Einheiten bestehen, die einen weitgehend geschlossenen Stoffkreislauf bilden:
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Stoffkreislauf im Melissa-Ökosystem (vereinfacht). Oben ist eine künstlerische Vision des Nasa Glenn Research Centers eingefügt.
Sie zeigt das Gewächshaus einer zukünftigen Mars-Station. Denn auch in anderen Raumfahrt-Agenturen erforscht man künstliche Ökosysteme.
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1. Habitat der Astronauten
• Wohn- und Arbeitsbehausungen
• Menschen verbrauchen Sauerstoff, Wasser, Nahrung
• produzieren Abfälle, Kohlendioxid, Kot und Urin
2. Verflüssigung
• Sammelstelle für biologisch abbaubare Abfälle wie Kot, Urin, Essensreste, Grünschnitt
• Gärung, Abbau von Proteinen, Zucker und Zellulose: anaerobe Bakterien (Energiestoffwechsel ohne molekularen Sauerstoff, O2) wandeln den Abfall
um in Wasserstoff (H2), Kohlendioxid (CO2), Ammonium (NH4+), flüchtige Fettsäuren und Mineralstoffe.
• Schwer abbaubare Substanzen wie Zellulose werden physikalisch, chemisch oder durch Pilze gesondert behandelt..
• Zur Verbesserung des Abbauprozesses werden physikalische und chemische Methoden untersucht sowie der Einsatz von Pilzen.
• Auch der produzierte Wasserstoff soll verwertet werden.
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3. weiterer Abbau der Abfallprodukte
• Photoheterotrophe Bakterien (auf organische Kohlenstoffverbindungen aus der Umgebung angewiesen)
zersetzen mithilfe von Licht durch ihren Energiestoffwechsel die organischen Abbauprodukte der vorhergehenden Abbaustufe weiter.
• Abgabe von CO2, Ammonium und Mineralstoffe
4. Nitrifikation
• Nitrobakterien (Energiestoffwechsel durch Oxidation von Stickstoffverbindungen) oxidieren NH4+ zu NO2- (Nitrosomas) und NO2- zu NO3- (Nitrobacter).
• NO3- (Nitrat) dient als Nährstoff für höhere Pflanzen und Blaualgen (Cyanobakterien).
5. Pflanzenanbau
• Anbau von Feldfrüchten wie Weizen, Tomaten, Kartoffeln, Sojabohnen, Reis, Spinat, Zwiebeln und Salat
• Ansiedelung von Blaualgen / Cyanobakterien (Spirulina) als Nahrungsquelle
• Abbau von Kohlendioxid (CO2), Produktion von Atemsauerstoff (O2), Wasserrückgewinnung
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Die nächsten Schritte
Im Melissa-Projekt wird untersucht, wie die einzelnen Einheiten des Melissa-Ökosystems möglichst wirksam funktionieren und zusammenarbeiten.
Zusätzlich müssen Systeme beispielsweise zur Messung der Nähstoffkonzentrationen entwickelt und verbessert werden.
Weitere Fragestellungen zielen auf die speziellen Einsatzbedingungen in der Schwerelosigkeit, dem Mond oder Mars. Wie lässt sich beispielsweise
der Anbau von Getreide und anderen Feldfrüchten unter verringertem Luftdruck in einem Marsgewächshaus optimieren?
Die Melissa-Pilot-Anlage wird in Spanien auf dem Gelände der Universitat Autònoma de Barcelona betrieben. Sobald die Anlage im Kleinen
voll funktionsfähig ist und Ratten einen Lebensraum bieten kann, sollen in größeren Kammern Menschen probeleben.
Davon werden nicht nur Astronauten profitieren, denn die Forschungsergebnisse lassen sich auch irdisch für die Ökologie, Abfall-,
Luft- und Wasseraufbereitung verwerten. Melissa-Techniken der Abwasserbehandlung werden zum Beispiel seit Ende 2004 in der antarktischen
Forschungsstation Concordia eingesetzt.
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Spirulina (Arthrospira platensis, Spirulina platensis) gehört zu den Cyanobakterien, die frher als Blaualgen bezeichnet wurden,
und enthält Chlorophyll (Blattgrün). Spirulina wandelt daher Kohlendioxid und Wasser mithilfe von Lichtenergie um in Kohlenhydrate (Photosynthese).
Ihre Zellen sind in bis zu 0,5 Milimeter langen Fäden wendelförmig aufgereiht.
Spirulina ist reich an Proteinen, Vitaminen sowie Mineralstoffen und wird in ihrer Heimat seit langem als Nahrungsmittel verwendet.
Als wertvolles, leicht anbaubares Nahrungsmittel und Sauerstoffproduzent ist sie auch für die Raumfahrt interessant.
Industriell wird sie in warmem Wasser vermehrt, zum Ernten durch einen Filter gepumt und dann getrocknet.
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Siehe auch: Was gibt's zum Frhstck auf dem Mars?
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