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Meteoroiden sind kleinere oder größere Bruchstücke der Asteroiden und Kometen, Splitter der Einschläge
von Meteoroiden in Monde und Planeten, Überbleibsel der Geburt unsres Sonnensystems und interstellarer Staub.
Sie fliegen praktisch überall in unserem Sonnensystem herum. Die meisten Meteoroiden sind lediglich
tausendstel Millimeter winzige Staubteilchen; der größte Massenverlust der Asteroiden und Kometen geht jedoch auf
Meteoroiden mit Durchmessern zwischen 0,1 und 1 mm zurück. Sie haben eine gesteinsartige oder metallische Zusammensetzung,
enthalten aber auch organisches Material.
Ihre Dichte schwankt daher stark und beträgt im Mittel 1 g/cm³. In Erdentfernung von der Sonne
kann man etwa einen Meteoroiden pro 500 Kubikkilometer Weltraum finden, der mindestens einen Zehntelmillimeter groß ist.
Es wurden bisher Einschlag- geschwindigkeiten bis etwa 80 km/s festgestellt. Sie hängen ab
von den Geschwindigkeiten, die die Meteoroiden bei ihrer Entstehung mitbekommen haben,
sowie den Bahnformen und Richtungen der Meteoroiden und des getroffenen Objekts.
In einer erdnahen Kreisbahn beispielsweise rasen Meteoroiden mit etwa 30 km/s dahin.
Das entspricht der Bahngeschwindigkeit der Erde. Raumfahrzeuge in einer Erdumlaufbahn werden von solchen Meteoroiden
typischerweise mit Einschlaggeschwindigkeiten von etwa 8 km/s und mehr getroffen; das entspricht gerade
der Bahngeschwindigkeit im niederen Erdorbit. Meteoroiden stellen daher eine gewisse Gefahr dar für Maschinen und Menschen im Weltraum.
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Geschossenergie. Ein Meteoroid mit der Masse 1 Gramm und der Geschwindigkeit 8 km/s besitzt die kinetische Energie
32000 Joule. Zum Vergleich: Das Militärgewehr G3 hat eine Mündungsenergie um 3000 Joule.
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Größere Meteoroiden können Bauteile zerstören, kleinere können Oberflächen
abnutzen, insbesondere, wenn sie in Schwärmen auftreten. Solche Meteoroidenschauer oder -stürme trifft man zum Teil periodisch
an, zum Beispiel wenn sie als Kometenreste auf stark elliptischen Bahnen die Erdbahn kreuzen.
In der Erdatmosphäre kann man sie als Meteorströme bewundern, beispielsweise die Perseiden, die
jährlich von Mitte Juli bis Mitte August zu sehen sind.
Modellierung des Risikos
Nach einem Meteoroiden-Modell der Esa ergeben sich im Bereich der Erde beispielsweise folgende
Größenordnungen der Einschlagshäufigkeiten:
Meteoroid-Größe in cm |
Einschläge pro Sek. und m² |
| 1 |
10-14 |
| 10-1 |
10-11 |
| 10-2 |
10-7 |
| 10-3 |
10-5 |
| 10-4 |
10-4 |
| 10-5 |
10-3 |
| 10-6 |
1 |
Der Fluss der Mikrometeoriten im Sonnensystem lässt sich durch
statistische Modelle beschreiben. Der Fluss gibt an, wieviel Teilchen pro Sekunde
durch eine Fläche von einem Quadratmeter fliegen. Solche Modelle sind so gut und so schlecht wie die Daten
auf denen sie basieren. Die Daten werden geliefert durch Beobachtungen von der Erde aus und durch Messungen
mithilfe von Raumsonden. Zur Verbesserung der Modelle müssen die physikalischen Vorgänge bei der
Entstehung und Verteilung der Meteoroiden einbezogen werden. Die Verteilung im Sonnensystem wird hauptsächlich
durch zwei Mechanismen beeinflusst: die Schwerkraft der Planeten und den Poynting-Robertson-Effekt, durch den
Teilchen in einer Sonnenumlaufbahn abgebremst werden und sich daher im Laufe vieler tausend Jahre spiralförmig
der Sonne nähern.
Schutzmaßnahmen
Einzelwände bieten gegen energiereiche Einschläge keinen wirksamen Schutz. Doppelwände sind wesentlich effektiver, weil
der Meteoroid zersplittert und Energie verliert, während er die äußere Wand durchschlägt. Die Bruchstücke werden
über eine größere Fläche der zweiten Wand verteilt und schlagen dort kleinere Krater. Damit die Abschirmung optimal ist,
darf die erste Wand nicht zu dünn sein, und der Abstand der Wände darf nicht zu klein sein.
Zusätzliche Schichten von Kevlar oder Nextel zwischen den Wänden erhöhen den Schutz weiter.
Diese Methode wird zum Beispiel bei der Internationalen Raumstation ISS angewandt.
Solche Doppelwände bieten
allerdings für langsame Meteoroiden im Bereich unter etwa 5 km/s keinen zusätzlichen Schutz,
gegenüber einer Einzelwand mit der kombinierten Wanddicke, da sich langsame Meteoroiden beim Einschlag nicht komplett zerlegen.
Meteoroidenschutz des europäischen ISS-Moduls Columbus. Außenwand: Aluminium, 2,5 mm dick -
Innenlagen: Kevlar/Nextel, 4 mm - 2. Wand: Aluminium, 4,8 mm, Wandabstand: 13 cm. Gemäß der Tests
sollte diese Doppelwand Teilchen mit 10 km/s stoppen, die kleiner als 1,2 bis 1,5 cm sind.
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Durchschlag des Solarpanels des Weltraumteleskops Hubble, Lochdurchmesser 2,5 mm.
Das Panel wurde im März 2002 nach über 8 Jahren im All auf die Erde zurückgeholt.
Foto: Esa
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Meteoroidenschauer. Am 12. August 1993 hörten die Kosmonauten der Weltraumstation Mir
über mehrere Stunden die Einschläge von Meteoroiden. Später wurden an der Außenwand der Station etwa 2000 Einschläge
gezählt, zudem waren Solarpanele schwer beschädigt worden. Zur Zeit der Mir-Einschläge verlor die Esa die Kontrolle über den
Telekommunikations-Satelliten Olympus. Diese Ereignisse fielen mit dem Maximum des Meteorstroms der Perseiden zusammen.
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Bezeichnungen (werden nicht immer einheitlich verwendet)
Meteoroid: fester, natürlicher Körper im Weltraum, kleiner als ein Asteroid
Meteor: in die Atmosphäre eingetauchter, verglühender Meteoroid
Meteorit: a) Rest eines Meteors auf der Planetenoberfläche -
b) häufig auch in der Bedeutung von Meteoroid
Mikrometeorit: Meteorit mit Durchmesser unter 0,2 mm (zu klein, um zu verglühen)
Mikrometeoroid: Meteoroid mit Masse unter 1 Gramm
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Resultat eines Labortests. Eine kleine Aluminiumkugel wurde mit der Geschwindigkeit von etwa
6,8 km/s in einen 18 cm dicken Aluminiumblock geschossen. Die Kugel hat einen
Durchmesser von 1,2 cm und eine Masse von 1,7 g. Der Krater hat einen Durchmesser von 9 cm
und ist 5,3 cm tief. Der Test simuliert, was passiert, wenn kleine Weltraumtrümmer ein Raumfahrzeug treffen.
Bei solch einem Einschlag können Druck und Temperatur mit z. B. über 365 GPa und 6000 K
die Werte im Erdmittelpunkt überschreiten. Foto: Esa
| Typische Schäden durch Meteoroiden |
| Größe |
Schaden |
| bis einige 0,001 mm |
Abnutzung von Oberflächen, Sensoren, Solarzellen usw. |
| bis einige 0,1 mm |
durchdringen äußere Folien, Verkleidungen und Solarzellen |
| bis einige 1 mm |
durchschlagen äußere Bauteile, Tanks usw. |
| größer 1 cm |
völlige Zerstörung des getroffenen Bauteils |
| alle, bei genügender Geschwindigkeit |
erzeugt Plasma, das elektrische Systeme stören kann |
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Woher kommt das Wissen über Meteoroiden? Von der Erde aus kann man den interplanetaren Staub als Zodiakllicht
erkennen. Dieses schwache Streulicht ist als Lichtkegel besonders gut in den Tropen kurz vor Sonnenaufgang und kurz nach Sonnenuntergang
zu erkennen. Die Erdatmosphäre wird ständig von Meteoroiden bombardiert. Einige von ihnen überstehen
die Luftreibung und erreichen als Meteoriten mehr oder weniger geschmolzen die Erdoberfläche.
Viele Daten wurden durch Experimente mit Ballonen, Höhenraketen, Satelliten und Raumstationen sowie durch Radarbeobachtung gewonnen.
Per Radar können allerdings nur Meteoroiden mit Durchmessern ab etwa 5 cm erfasst werden.
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